Mut ist gut: Sicherheit außerhalb der Komfortzone – die Videos vom Webmontag #57

Bild: Jan Eggers interviewt Salome Saremi-Strogusch und Sabrina Lehmann nach ihrem Vortrag zu Mut und Zivilcourage beim Webmontag Sicherheit.
Bild: Clemens Riemenschneider

Was macht uns sicher, was macht uns unsicher? Wie verändert das Internet unser Gefühl für Sicherheit? Wie sicher fühlen wir uns in der Netzöffentlichkeit oder mit dem Wissen, dass Geheimdienste Zugriff auf unsere persönliche Daten haben? Fühlen wir uns wohl, wenn wir unsere Sicherheit allein staatlichen Institutionen anvertrauen? Oder müssen wir mitunter unsere persönliche – sichere – Komfortzone verlassen, damit wir alle uns in unserer Gesellschaft sicher fühlen können? Der Webmontag Frankfurt #57 spannte den Bogen von der NSA-Überwachung, von alternativen sozialen Plattformen wie Twister, Pidder und Co über Cyberwar bis hin zum Aufruf für mehr Zivilcourage und den Appell: Verunsichere dich!

Die Enthüllungen von Edward Snowden über die weit reichende Überwachung des Internets durch die NSA haben dafür gesorgt, dass viele ihre Haltung zum Internet geändert haben. Sven Michels fasst in seinem Vortrag The year after NSA die Geschehnisse zusammen und lotet mögliche Lösungen aus. „Geht raus und werdet aktiv!“ lautet sein Appell – auch wenn, nein, gerade weil er konstatieren muss, dass eine Online-Petition für den Rücktritt von Markus Lanz als Wetten-dass-Moderator in unserer Gesellschaft heute viel mehr Menschen mobilisiert als eine gegen Vorratsdatenspeicherung.

 

Facebook, Twitter, WhatsApp und Co haben Millionen Nutzer und sind deshalb für viele Menschen ideale Vernetzungsplattformen, aber sie sammeln auch umfassend persönliche Daten ihrer Anwender. Wer dieser Datensammelwut entgehen will, findet Alternativen. Seb Greiner hat einige getestet und stellt in seinem Vortrag Secure Social Media vor, was sich hinter den Namen Twister, Pidder und Friendica verbirgt und ob sie als echte Alternativen taugen.

 

Daten aus der Vergangenheit sagen nicht unbedingt das Verhalten in der Zunft voraus. Das mache ihn zuversichtlich, meint Sascha Stoltenow in seinem Vortrag Un/Secure You, auch wenn er keine Antworten auf die Datensammelwut von Unternehmen und Geheimdiensten habe. „Verunsichere dich!“ sagt er und wünscht sich, dass wir in bestem Sinne unberechenbar werden, unsere persönliche Comfortzone verlassen und von dort aus die Gesellschaft mitgestalten.

 

Auch Salome Saremi-Strogusch fordert mehr Mut im gesellschaftlichen Miteinander. Warum hilft oft keiner, wenn jemand aus unserer Mitte angegriffen wird? Warum schauen wir weg? Wie schnell es geschehen kann, dass unsere persönliche Sicherheit, ja unser Leben von genau den Menschen abhängt, die in einem kritischen Moment um uns herum sind, erzählt sie in einem sehr persönlichen Erlebnis. Gemeinsam mit Sabrina Lehmann stellt Salome Saremi-Strogusch den gemeinnützigen Verein Fabian Salars Erbe – für Toleranz und Zivilcourage e.V. vor, der sich für mehr Mut und Zivilcourage einsetzt. Mit Filmclips wie „Frankfurt zeigt Zivilcourage“ und auf Veranstaltungen wie „Bergstraße zeigt Courage“ wollen sie Menschen Mut machen, in kritischen Situationen nicht wegzuschauen, sondern sich einzumischen und dadurch unsere Gesellschaft für alle sicherer zu machen.

 

Geht uns Cyberwar etwas an? Oder findet der außerhalb unseres Einflussbereiches statt? Martin Schmetz stellt in seinem Vortrag die Frage: Cyberwar: Ist das jetzt Krieg? heraus, warum wir eigentlich von Cyberunsicherheit sprechen sollten.

 

Weitere Beiträge zum Webmontag Frankfurt #56

 

Bilder: Clemens Riemenschneider, Videos: Sebastian Greiner.

 

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