„Ist das wirklich schon sieben Jahre her?“

Beinahe wäre uns was durchgerutscht:


„Echt, sieben Jahre ist das her?“ Jens „Flocke“ Grochtdreis mag es gar nicht glauben, als ich ihm nach seinem ersten Webmontag frage – er gehörte nachweislich in die illustre Reihe der Sprecher bei der Erstausgabe, mit einem Vortrag über die damals frisch gegründeten Webkrauts. An die Details dieser Premiere kann er sich nicht mehr erinnern; dafür hat er seitdem zu viele Webmontage erlebt. Aber: „Ich weiß noch, dass sich das damals total irre anfühlte.“ Wieso? Weil es etwas Derartiges bis dahin nicht gab.

Die graue, twitterlose Vorzeit

Ein kurzer Blick zurück: 2006 war Twitter noch nicht erfunden, Facebook nur eine Spielerei amerikanischer Studenten, Barcamps (fast) nur so eine verrückte Idee. Natürlich gab es Konferenzen und Seminare. Aber: „Wie Du einen 3D-Drucker baust, lernst Du nicht an der Uni“, sagt Darren Cooper, bis heute treibende Kraft hinter dem Webmontag, den Barcamps in Rhein-Main und vielem anderem. Und: „I don’t like Stammtisches, because they are too loud.“ Weshalb er schon zu Zeiten, als er noch an der Uni lehrte, eine PHP-Usergroup ins Leben rief, einen ersten Vorläufer der Veranstaltungen, die auch den Webmontag hervorgebracht haben. „Wir waren uns nicht sicher, wie viele Leute überhaupt kommen, aber am Ende haben wir gesagt: Selbst wenn nur zwei Leute auftauchen, ist es ein Erfolg.“

Auch die Webmontags-Erfinder waren sich nicht sicher, ob überhaupt mehr als zwei Interessierte in der Brotfabrik zusammenkommen würden. Es kamen fast hundert Leute. „Ich weiß nur, dass es mich damals komplett angefixt hat“, sagt Jens Grochtdreis.

Mitglied einer Familie

Der Webmontag hat sich in den folgenden Jahren entwickelt. Zum einen hat er Familienzuwachs bekommen: Von der Google Developer Group und der PHP User Group über das Barcamp Rhein-Main bis zur TEDx Rhein-Main – eine ganze Reihe von Community-Veranstaltungen peilt verschiedene Zielgruppen an. Der Webmontag selbst hat sich über die Jahre professionalisiert, urteilt Darren: Flyer, die Darstellung im Netz, Informationen zur Veranstaltung, das Sponsoring, bis hin zum Zeitmanagement. “

Ein Unterschied zu früher fällt ihm besonders auf: „Die Leute sind heute eher bereit, einen Vortrag zu halten. Einfach, weil es Events gibt, bei denen man sehen kann: hier muss man kein Superstar sein – das ermutigt viele, es selbst einmal zu versuchen.“ Gutes Training für den Job  ist es natürlich auch.

Fest steht: Das Netzkultur-Angebot in der Region ist im Gefolge des Webmontags unendlich reicher geworden. #RheinMainRocks!

Ein paar Erinnerungslinks:

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